Schülerfirmen im Unterricht

Für das regelmäßige Angebot von Zwischenmahlzeiten durch Schülerfirmen bedarf es auch einer Organisation der regelmäßigen Arbeits- und Ausbildungszeit für die Schüler und eine regelmäßige Betreuung und Ausbildung durch Lehrkräfte. Nachfolgend sollen hierzu einige Modelle vorgestellt werden.

AG

Die Einrichtung einer AG gibt einerseits eine feste Kapazität, die allerdings bei Schülern und Lehrkräften zunächst nur 2 Stunden je Woche beträgt. Eine Aufsplittung der AG-Zeiten der Schüler ist kaum möglich, da die Zubereitungszeit in der Vormittagszeit liegen muss und Schülergruppen (Klasse, Kurs) parallel kaum unterschiedliche Aufgaben erfüllen können. Möglich ist eine Aufteilung in 2 x 1 Stunden, sodass 2 Schülergruppen 4 Stunden abdecken können. Mit einer zusätzlichen Verfügungsstunde können 5 Tage abgedeckt werden. Die Betreuung durch Lehrkräfte ist jeweils sichergestellt.

Wahlpflichtunterricht WPU

Im WPU-Bereich in der Hauptschule arbeiten in der Regel 2 oder 3 Lerngruppen parallel (Haushaltslehre, Technik, Wirtschaft) mit entsprechender Betreuung durch Lehrkräfte im Umfang von 2 Stunden/Woche. Wird bei einer Klasse in einem Jahrgang der Arbeitslehre-Unterricht auf die Schülerfirma ausgerichtet und jeweils in 1 Stunden-Blöcke gesplittet, lassen sich hierdurch 4 oder 5 Wochentage abdecken. Bei einem 2-zügigen Jahrgang kann die Kapazität von 2 Stunden je Tag mit Betreuung organisiert werden. Diese Ausrichtung des Arbeitslehre-Unterrichts auf ein Produkt wird auch als berufsvorbereitend und -qualifizierend zu beurteilen sein.

Integration des Fachunterrichts in die Ausbildung für die Schülerfirma

Von Sudek (2009) werden u. a. folgende Anbindungsmöglichkeiten an den Fachunterricht aufgezeigt:

  • Deutsch: Verstehen von Verträgen, Formulieren von Bewerbungen, Werbetexten,
    Anschreiben, Protokollen, Kommunikation am Telefon, Argumentieren,
    Diskussionen und Streitgespräche
  • Mathematik: Grundrechenarten, Kopfrechnen, Prozentrechnung, Buchführung,
    Arbeit mit dem PC
  • Arbeitslehre/Wirtschaft: Aufbau eines Betriebes, innerbetriebliche Zielsetzungen, Arbeitsrecht, Produkte, Arbeitsablauf, Absatzmarkt, Kosten/Umsatz/Lohn/Gewinn/
    Preisbildung, Wettbewerb
  • Arbeitslehre/Hauswirtschaft: Ernährungslehre, Vorratshaltung, Lebensmittelhygiene
  • Arbeitslehre/Technik: Konstruktion, technisches Zeichen, Materialkunde, Logistik
  • Erdkunde: Regionale Verteilungsstrukturen
  • Biologie: Umweltschutz, Umweltverträglichkeit, Stoffwechsel
  • Kunst: Visuelle Kommunikation, Logo, Flyer, Homepage

Wöchentlicher Projekttag für Schülerfirma

Liegt der Schwerpunkt mehr auf der Förderung von Schülern, kann eine Schülerfirma auch in der Weise geführt werden, dass an einem Tag der Woche die Firma jeweils als Projekttag betrieben wird. Dies kann bei Förderschulen in den Vordergrund treten. Hiermit ist es jedoch nicht möglich, ein tägliches Angebot von Zwischenmahlzeiten aufzubauen.

Förderung der Berufsorientierung durch Catering

An der Gesamtschule stehen Stundenkapazitäten für Individuelle Begabtenförderung IBG zur Verfügung. Diese können für die Berufsorientierung Gastronomie/Großhaushalte einsetzt werden, um durch ein Catering für Aktionen (Kommunale Feiern und Events, Geburtstage etc.) für eine Ausbildung zu qualifizieren. Die Durchführung des Caterings hat sich dabei als Anbahnung von Ausbildungsverträgen erwiesen. In den regelmäßigen Stunden nach Stundenplan erfolgt die Ausbildung und z. T. die Zubereitung. Hierzu sind in der Regel auch weitere Arbeitszeiten erforderlich, die aber durch das Entgelt/Trinkgeld auch bezahlt werden.

Literatur

Sudek, A.: Go! to school! Schülerunternehmen – ökonomische Grundbildung in der Praxis. Vortrag 2009

Nachfolgende Informationen und Arbeitsblätter sind entnommen aus: "Renk, N., G. Eissing:* Entwicklung von Schülerfirmen zur Verbesserung des Speiseangebotes in Schulen der Sekundarstufe I. In: Eissing, G. (Hrsg.): Schriftenreihe Arbeitsberichte des Fachs Hauswirtschaftswissenschaft 15/2010, Technische Universität Dortmund 2010"

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